Gesundheit & Prävention, Hundefitness & Muskelaufbau

Was Hundefitness Training bei Suki und mir verändert hat

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Ein persönlicher Erfahrungsbericht über Muskelaufbau, Möhrchen, viel Geduld und gemeinsame Zeit mit meiner Labrador Hündin

Als ich mit Suki im März 2025 mit dem Hundefitness Training begonnen habe, wollte ich vor allem eines: besser verstehen, was hinter diesem Training eigentlich steckt. Ich hatte Linda Deibus von Get Dogether einige Monate zuvor kennengelernt, weil sie Unterstützung im Bereich Social Media gesucht hat. Aus diesem ersten Kontakt wurde ziemlich schnell eine Zusammenarbeit, die von Anfang an so richtig gematcht hat und aus der sich eine echt schöne Freundschaft entwickelt hat.

Linda kommt aus dem Bereich Hundefitness. Dadurch war das Thema für mich plötzlich nicht mehr nur etwas, worüber man schreibt oder das man von außen betrachtet. Ich wollte selbst erleben, wie so ein Training abläuft und verstehen, was das Training alles bewirken kann. Was macht man da genau? Was bringt es dem Hund? Und woran merkt man überhaupt, ob sich wirklich etwas verändert? Fragen über Fragen!

Also habe ich mit Suki angefangen zu trainieren.

Suki ist meine schwarze Labrador-Hündin, inzwischen 7,5 Jahre alt, sehr arbeitswillig und gleichzeitig unfassbar stur. Sie macht gern mit, aber am liebsten nach ihren eigenen Regeln. Wenn Futter ins Spiel kommt, wird sie sehr schnell hektisch. Wenn Spielzeug fliegt, gibt es für sie kaum noch ein Halten. Langsam, kontrolliert und sauber arbeiten? Für Suki war das am Anfang eher ein Konzept, das sie nicht sofort überzeugt hat.

Und ehrlich gesagt: Für mich auch nicht immer.

Denn das Hundefitness Training hat nicht nur Suki gefordert, sondern auch mich. Ich musste lernen, genauer hinzuschauen, geduldiger zu werden und Fortschritte nicht nur daran zu messen, ob eine Übung sofort perfekt klappt. Mit der Zeit wurde aus dem Training etwas, das viel mehr mit unserem gemeinsamen Alltag zu tun hatte, als ich am Anfang gedacht hätte.

In diesem Beitrag erzähle ich euch von unseren Erfahrungen. Von meiner Ungeduld und Sukis Dickkopf. Von Momenten, in denen ich gezweifelt habe. Und von dem Punkt, an dem mir klar wurde, dass dieses Training für Suki und auch für mich wirklich einen Unterschied macht.

Warum Suki nicht der typische „langsam und sauber“-Hund ist

Suki ist kein Hund, der erstmal in Ruhe überlegt, was gefragt ist, und dann ganz besonnen die nächste Bewegung ausführt. Zumindest nicht, wenn Futter, Spielzeug oder Wasser im Spiel sind.

Wie zuvor bereits beschrieben hat sie richtig Bock auf arbeiten und ist immer eher dafür, mit dem Menschen zu interagieren, als mit anderen Hunden. Sie liebt Suchspiele und Dummyarbeit und macht immer gern mit, wenn es um gemeinsame Aktivitäten geht. Aber sie macht es am liebsten auf ihre eigene Art und mit ihren eigenen Regeln. Wenn sie eine Idee im Kopf hat, versucht sie ziemlich konsequent, diese auch durchzusetzen. Das kann im Alltag manchmal lustig sein, manchmal aber auch ziemlich anstrengend.

Besonders deutlich wird das, wenn Action ins Spiel kommt. Suki liebt Spielzeug. Ich sage immer: Sie ist ein kleiner Ball-Junkie. Sobald etwas fliegt, ist sie sofort im Vollspeed-Modus. Langsam gibt es dann nicht mehr. Sie rennt los, stoppt abrupt, dreht schnell ab und ist direkt wieder in Erwartungshaltung. Hauptsache, es passiert etwas.

Auch Wasser liebt sie abgöttisch - ganz der Labbi halt. Allerdings nicht unbedingt, weil sie entspannt plantschen oder sich abkühlen möchte. Für Suki ist Wasser vor allem mit Action verbunden. Rein, raus, Spielzeug, Bewegung, Aufregung. Das habe ich selbst verbockt, weil ich Wasser immer mit Action verbunden habe. Ich habe viele Dinge sehr stark mit Tempo, Spiel und Beschäftigung verknüpft. Heute würde ich das an manchen Stellen auf jeden Fall anders aufbauen.

Dummyarbeit und Suchspiele machen wir trotzdem weiterhin gern. Suki liebt es, gemeinsam mit mir Aufgaben zu lösen, Dinge zu suchen oder etwas zu apportieren. Sie ist einfach ein Hund, der arbeiten möchte. Aber ich habe mit der Zeit gemerkt, dass nicht jede Form von Beschäftigung automatisch gut für ihren Körper ist.

Gerade dieses schnelle Stoppen, Abdrehen und wieder Losrennen belastet den Körper anders, als ich früher gedacht habe. Und weil Suki bei Spielzeug kaum etwas langsam machen kann, wurde das Hundefitness Training für uns irgendwann auch zu einer wichtigen Gegenbewegung.

Denn dort ging es plötzlich nicht mehr um Tempo. Nicht um höher, schneller, weiter. Sondern um ruhige Bewegungen, saubere Ausführung und Körpergefühl.

Für Suki war das am Anfang eine echte Herausforderung.

Und für mich auch!

Warum Hundefitness für uns eine echte Alternative zur Action wurde

Bevor ich mit Suki ins Hundefitness Training gestartet bin, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass uns in Sachen Bewegung wirklich etwas fehlt. Wir gehen viel spazieren, sind bei Wind und Wetter draußen, machen Suchspiele, Dummyarbeit und kleine Aufgaben unterwegs. Suki ist kein Hund, der nur gemütlich nebenherläuft, sondern einer, der arbeiten möchte und Bewegung liebt.

Durch das Training habe ich aber verstanden, dass Bewegung nicht gleich Bewegung ist. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Hund draußen läuft, sucht, apportiert und dabei viel Energie rauslässt, oder ob er gezielt bestimmte Bewegungen ausführt, sich konzentrieren muss und seinen Körper bewusst einsetzt.

Bei Suki wurde dieser Unterschied ziemlich schnell sichtbar, weil sie bei allem, was mit Spielzeug, Dummy oder Wasser zu tun hat, sofort in Tempo denkt. Das macht ihr Spaß und gehört auch weiterhin zu unserem Alltag, aber es bringt eben eine ganz andere Dynamik mit sich als ruhiges, kontrolliertes Training.

Hundefitness hat bei uns genau diesen Gegenpol geschaffen. Es ging plötzlich nicht darum, möglichst schnell irgendwo hinzukommen oder möglichst motiviert hinter etwas herzujagen, sondern darum, langsam zu arbeiten, Gewicht zu verlagern, stabil zu stehen und Bewegungen wirklich sauber auszuführen. Für Suki war das am Anfang ungewohnt, weil sie sich viel stärker zurücknehmen musste, als sie es von unseren üblichen Beschäftigungen kannte.

Und genau das war für mich der spannende Punkt.

Ich habe gemerkt, dass Suki dadurch nicht einfach nur beschäftigt ist, sondern anders gefordert wird. Sie muss mitdenken, sich konzentrieren und lernen, ihren Körper bewusster wahrzunehmen. Das ist weniger spektakulär als ein fliegender Dummy, aber für uns inzwischen deutlich wertvoller, weil es ihr körperlich gut tut und sie gleichzeitig im Kopf fordert.

Heute sehe ich Hundefitness deshalb nicht als Ersatz für Spaziergänge, Dummyarbeit oder gemeinsames Spielen, sondern als wichtige Ergänzung. Es ist für uns die ruhigere, bewusstere Seite der Beschäftigung und vor allem eine Erinnerung daran, dass viel Bewegung nicht automatisch bedeutet, dass ein Hund auch gezielt Muskulatur aufbaut oder seinen Körper wirklich gesund einsetzt.

Unsere ersten Übungen: Warum einfach nicht immer einfach ist

Gestartet sind wir mit den Grundlagen. Eine der ersten Übungen war der Turn. Auf den ersten Blick sieht das ziemlich simpel aus: Der Hund dreht sich kontrolliert um die eigene Achse. Eigentlich keine große Sache, könnte man meinen.

Tja. Könnte man meinen.

Denn genau bei solchen Übungen merkt man erstmal, wie viel eigentlich dahintersteckt. Es geht nicht darum, dass der Hund sich irgendwie dreht und am Ende zufällig wieder gerade steht. Es geht um eine saubere Bewegung, um Koordination, um Körpergefühl und darum, dass der Hund wirklich bewusst mitarbeitet.

Bei Suki kam noch etwas anderes dazu: Die Möhrchen, die wir als Belohnung für das Training nutzen.

Sobald Futter im Spiel ist, dreht sie am Rad. Dann ist ihr Ziel nicht unbedingt, die Übung möglichst korrekt auszuführen. Ihr Ziel ist eher, möglichst schnell an die Belohnung zu kommen. Hauptsache, es gibt etwas zu fressen. Ob die Bewegung dabei sauber war, steht auf ihrer persönlichen Prioritätenliste eher weiter unten.

Ich bin ein sehr perfektionistisch veranlagter Mensch und möchte immer schnell zum Ziel kommen. Ich musste also lernen, sie nicht einfach machen zu lassen, sondern das Tempo rauszunehmen, ruhiger zu werden und klarer zu führen. Und auch auszuhalten, dass eine Übung eben nicht sofort klappt. 

Das klingt jetzt vielleicht total selbstverständlich, aber für mich war es das nicht. Ich bin eher der Typ: Wenn etwas auf dem Plan steht, dann wird es gemacht. Am besten ordentlich, effizient und bitte ohne zehn Umwege. Genau diese Haltung funktioniert beim Hundefitness Training aber nicht besonders gut.

Suki musste verstehen, was ich von ihr möchte. Und ich musste verstehen, dass sie dafür Zeit braucht.

Mit der Zeit kamen immer neue Übungen dazu. Manche liefen schneller gut, andere haben uns beide ziemlich gefordert. Beim Seitwärtsgehen war ich zum Beispiel richtig stolz, als bei Suki endlich der berühmte Groschen gefallen ist. Perfekt ist es bis heute nicht, aber es wurde Stück für Stück besser. Und genau diese kleinen Fortschritte waren irgendwann viel wertvoller als der Wunsch, dass alles sofort klappt.

Besonders schön finde ich auch, dass Suki inzwischen von allein auf ihr kleines Podest geht und dort wartet, während ich am Wohnzimmertisch die Möhren für unser Training schneide. Das haben wir bewusst eingebaut, um schon vor dem eigentlichen Training etwas Ruhe reinzubringen. Für Suki ist das keine Kleinigkeit. Für sie bedeutet das: nicht direkt losstürmen, nicht sofort hektisch werden, sondern kurz warten und sich sammeln.

Und für mich bedeutet es jedes Mal: Es passiert doch etwas. Vielleicht nicht immer spektakulär oder sofort sichtbar. Aber es passiert.

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Der Moment, in dem mir klar wurde: Da stimmt etwas nicht

Mit der Zeit kamen immer neue Übungen dazu und auch wenn nicht immer alles sofort geklappt hat, hatten Suki und ich uns irgendwann ganz gut in das Training eingefunden. Ich bekam regelmäßig neue Trainingspläne von Linda, wir haben über Zoom gemeinsam auf die Übungen geschaut und ich konnte immer wieder nachfragen, wenn ich unsicher war oder das Gefühl hatte, dass wir bei einer Übung nicht so richtig weiterkommen.

Eine der Übungen, die uns ziemlich gefordert hat, war das Paws Up. Dabei geht es darum, dass der Hund möglichst ruhig und stabil steht, während ein Bein nach dem anderen angehoben wird. Klingt erstmal machbar, oder? Was soll daran so schwer sein?! Es war für Suki aber alles andere als einfach, vor allem wenn es um die Hinterbeine ging. Anfangs war es richtig schwer, aber es wurde Stück für Stück besser und mir wurde bewusst, wie falsch sie eigentlich ausbalanciert. Doch irgendwann begann sie auf einmal, sich immer einfach hinzusetzen, wenn ich das rechte Hinterbein anheben wollte. 

Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob sie einfach keine Lust hatte, ob sie die Übung nicht richtig verstanden hat oder ob ich mich vielleicht ungeschickt angestellt habe. Bei Suki ist das ja durchaus eine realistische Möglichkeit, weil sie schon sehr genau weiß, wie sie sich aus Dingen rausmogeln kann, wenn sie gerade nicht nach ihrem Plan laufen. Aber je öfter es passiert ist, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass da vielleicht doch mehr dahintersteckt. Natürlich habe ich das dann auch mit Linda besprochen und wir haben die Übung erstmal aus dem Trainingsplan gestrichen.

Dazu kam, dass ihr Fell mir Hinweise darauf gegeben hat, dass irgendwas im Argen ist. Bei Suki sehe ich es häufig am Fell, wenn körperlich etwas nicht stimmt. Dann entstehen bei ihr Kerben oder so kleine Zickzack-Muster, die für mich inzwischen ein deutliches Zeichen sind, dass irgendwo Spannung, Blockaden oder Unwohlsein im Körper sein könnten. Als dann beides zusammenkam, also dieses wiederholte Hinsetzen bei der Übung und die Veränderungen im Fell, hat mich das darin bestärkt, Kontakt zu einer Physiotherapeutin aufzunehmen.

Und tatsächlich war da einiges im Argen.

Suki wurde einmal richtig durchbehandelt und die Physiotherapeutin hat unter anderem festgestellt, dass sie in der Hinterhand definitiv zu wenig Muskulatur hat. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht, weil wir ja jeden Tag viel spazieren gehen und mit dem Dummy arbeiten. Also müsste der Hund doch genügend Muskeln haben. 

Und so blöd wie es vielleicht für den ein oder anderen klingt, genau da lag für mich einer der größten Aha-Momente.

Viel Bewegung bedeutet eben nicht automatisch gezielter Muskelaufbau. Ein Hund kann lange Spaziergänge machen, Suchspiele lieben, apportieren und im Alltag aktiv sein, ohne dass bestimmte Muskelgruppen wirklich ausreichend gestärkt werden. Gerade die Hinterhand, die für Stabilität, Kraft und gesunde Bewegungsabläufe so wichtig ist, braucht offenbar mehr als einfach nur Strecke machen. Im Endeffekt ja genau dasselbe, wie bei uns Menschen auch.

Für mich war das der Moment, in dem sich mein Blick auf das Training nochmal verändert hat. Vorher war Hundefitness für mich etwas, das ich spannend fand und von dem ich dachte, dass es Suki bestimmt guttut, aber irgendwie war es für mich als Laie halt auch schwer zu sehen, was es überhaupt bringt. Nach diesem Physio-Termin war es plötzlich viel konkreter, weil ich verstanden habe, dass es nicht nur um Beschäftigung geht, sondern wirklich um ihren Körper, ihre Stabilität und ihre Gesundheit.

Als die Physio den Muskelaufbau bestätigt hat

Nach dem ersten Termin bei der Physiotherapeutin war für mich klar, dass ich mit dem Training nicht einfach nur irgendeine nette Beschäftigung für Suki gefunden hatte, sondern dass es wirklich einen körperlichen Hintergrund gab, der wichtig für sie war. Gleichzeitig war es für mich aber immer noch schwer einzuschätzen, ob sich durch unser Training tatsächlich etwas verändert, denn als Laie sieht man ja nicht einfach nach ein paar Wochen, ob sich in Sachen Muskelaufbau etwas getan hat.

Bei einzelnen Übungen habe ich natürlich gemerkt, dass Suki Fortschritte macht. Sie wurde sicherer, manche Bewegungen wurden sauberer und bei Übungen, die anfangs überhaupt nicht funktionieren wollten, hatte ich irgendwann das Gefühl, dass sie langsam versteht, worum es geht. Trotzdem blieb da immer diese Unsicherheit, ob das Training körperlich wirklich so viel bringt, wie ich es mir erhofft habe.

Umso schöner war dann der nächste Termin bei der Physiotherapeutin.

Sie hat Suki wieder durchgecheckt und mir gesagt, dass sich Muskulatur aufgebaut hat. Gerade in der Hinterhand, also genau an der Stelle, an der vorher zu wenig vorhanden war und an der wir mit dem Training gezielt arbeiten wollten. Für manche klingt das vielleicht nach einem kleinen Satz, aber für mich war das ein riesiger Moment, weil ich zum ersten Mal von außen bestätigt bekommen habe, dass unser Training nicht nur nett ist, nicht nur Suki beschäftigt und nicht nur irgendwie gut gemeint ist, sondern dass es wirklich etwas für ihren Körper tut.

Das hat mich unglaublich gefreut.

Nicht, weil plötzlich alles perfekt war oder weil Suki auf einmal ein Muskelpaket geworden ist, sondern weil ich gemerkt habe, dass diese kleinen Trainingseinheiten, die manchmal so unspektakulär wirken, eben doch etwas bewirken. All die Wiederholungen, das langsame Arbeiten, das Korrigieren, das Dranbleiben, die Möhrchen am Wohnzimmertisch, die Zoom-Calls mit Linda und mein Versuch, nicht komplett ungeduldig zu werden, hatten tatsächlich einen Effekt.

Und genau das hat meine Motivation nochmal verändert.

Vorher habe ich das Training oft gemacht, weil es auf dem Plan stand und weil ich wusste, dass es sinnvoll ist. Nach diesem Feedback konnte ich es anders fühlen. Es war nicht mehr nur ein Punkt, den ich von der To-Do Liste abhake, sondern etwas, bei dem ich verstanden habe: Das ist eine Investition in Sukis Gesundheit. 

Dieser Moment war für mich deshalb auch emotional, weil Suki ja keine akute Erkrankung hat, bei der man jeden Fortschritt sofort sieht. Sie läuft, sie spielt, sie arbeitet gern und sie wirkt im Alltag fit. Gerade deshalb wäre es leicht gewesen zu denken, dass sie so ein Training gar nicht unbedingt braucht. Aber die Rückmeldung der Physiotherapeutin hat mir gezeigt, dass Prävention eben nicht erst dann anfängt, wenn ein Hund sichtbar Probleme hat, sondern viel früher.

Und rückblickend war genau das einer der Punkte, an denen ich angefangen habe, Hundefitness nicht mehr als Zusatzprogramm zu sehen, sondern als etwas, das wirklich zu unserem Alltag dazugehören darf.

Was passiert ist, als wir weniger trainiert haben

So motivierend dieses Feedback der Physiotherapeutin auch war, es gab trotzdem eine Phase, in der das Training bei uns deutlich weniger geworden ist. Ende 2025 und Anfang 2026 ging es mir körperlich und damit verbunden auch psychisch nicht gut, und auch wenn ich wusste, dass das Training Suki guttut, hatte ich in dieser Zeit einfach nicht die Kraft, alles so umzusetzen, wie ich es eigentlich wollte.

Das war für mich gar nicht so leicht, weil ich ziemlich schnell in dieses schlechte Gewissen rutsche. Ich möchte Suki gerecht werden, ich möchte alles richtig machen und wenn ich dann merke, dass ich etwas schleifen lasse, von dem ich eigentlich weiß, dass es wichtig ist, dann fängt es im Kopf natürlich sofort an zu rattern. Gleichzeitig bringt es aber auch nichts, sich noch mehr Druck zu machen, wenn man ohnehin schon kaum Energie hat.

Also habe ich irgendwann versucht, genau diesen Druck rauszunehmen.

Weg von „Ich muss heute unbedingt trainieren, weil es auf dem Plan steht“ hin zu „Ich darf mit meinem Hund etwas machen, wenn es gerade möglich ist“. 

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Das klingt vielleicht nach einer kleinen Veränderung, aber für mich war das ein ziemlich wichtiger Punkt, weil ich Hundefitness nicht mehr als Pflicht sehen wollte, die ich entweder perfekt erfülle oder komplett versemmle, sondern als etwas, das auch in kleinen Momenten Platz haben darf.

In Gesprächen mit Linda wurde mir dann im Nachhinein bewusst, dass wir das Training gar nicht komplett verloren hatten. Ich hatte nur aufgehört, es so zu nennen. Auf unseren Spaziergängen habe ich immer wieder kleine Übungen eingebaut, Suki über Dinge steigen lassen, sie bewusst irgendwo draufstellen lassen oder kleine Bewegungen abgefragt, die aus dem Training kamen. Es war nicht der klassische Trainingsplan im Wohnzimmer, aber es war trotzdem gemeinsames Arbeiten.

Und genau das war für mich ein guter Weg, wieder reinzukommen.

Wir haben dann angefangen, das Training stärker in die Spaziergänge zu integrieren, weil es für mich in dieser Phase leichter umzusetzen war. Nicht alles musste vorbereitet sein, nicht immer musste das Podest bereitstehen, nicht immer mussten Möhrchen geschnitten sein und nicht immer musste es diese klare Einheit geben, bei der ich innerlich schon wieder denke, dass wir jetzt bitte konzentriert und sauber arbeiten müssen. Manchmal reichte es, unterwegs eine kleine Übung einzubauen und es als gemeinsamen Moment zu sehen.

Trotzdem hat mir der nächste Besuch der Physiotherapeutin nochmal sehr deutlich gezeigt, dass regelmäßiges Training eben doch einen Unterschied macht. Sie fragte mich, ob ich mit Suki noch trainiere, und als ich ihr erzählte, dass es in den letzten Wochen einfach nicht so möglich war, sagte sie, dass man es merkt. Suki hatte wieder Muskulatur in der Hinterhand abgebaut.

Das war erstmal hart zu hören.

Nicht, weil die Physiotherapeutin es irgendwie vorwurfsvoll gesagt hätte, sondern weil mir in diesem Moment noch einmal sehr klar wurde, dass das Training wirklich etwas bewirkt. Vorher hatte ich mich gefreut, als der Muskelaufbau bestätigt wurde, aber als dann sichtbar beziehungsweise fühlbar war, dass ohne regelmäßiges Training wieder etwas verloren geht, hatte diese Erkenntnis nochmal ein ganz anderes Gewicht.

So blöd es klingt: Auch das war für mich ein Aha-Moment.

Denn manchmal versteht man erst richtig, wie wichtig etwas ist, wenn man sieht, was passiert, wenn es weniger wird. Für mich war das kein Grund, mich fertigzumachen, auch wenn ich das im ersten Moment natürlich trotzdem getan habe. Es war eher der Punkt, an dem ich verstanden habe, dass es nicht darum geht, immer perfekt zu trainieren, sondern dranzubleiben, so gut es eben geht.

Und genau seitdem versuche ich, das Training nicht mehr als starres Programm zu sehen, das nur zählt, wenn wir es alle zwei Tage exakt nach Plan machen, sondern als etwas, das zu unserem Alltag gehören darf. Mal strukturiert im Wohnzimmer, mal als kleine Übung auf dem Spaziergang, mal nur für ein paar Minuten, aber immer mit dem Gedanken, dass es Suki guttut und dass wir beide etwas davon haben.

Was Hundefitness mit unserem Alltag gemacht hat

Was ich am Anfang ehrlich gesagt gar nicht so auf dem Schirm hatte war die Tatsache, dass das Hundefitness Training nicht nur körperlich etwas mit Suki gemacht hat, sondern auch unseren Alltag verändert hat. Ich hatte zwar gehofft, dass sie durch das Training stabiler wird, mehr Muskulatur aufbaut und ihren Körper besser einsetzen kann, aber dass es sich auch so deutlich auf ihr Verhalten und auf unsere gemeinsame Zeit auswirkt, war mir vorher nicht bewusst.

In den Phasen, in denen wir regelmäßig trainiert haben, war Suki spürbar ausgeglichener. Sie kam abends nicht mehr so oft an und wollte unbedingt noch spielen oder beschäftigt werden, sondern wirkte zufriedener, ruhiger und irgendwie mehr bei sich. Das fand ich total interessant, weil wir ja vorher auch nicht wenig gemacht haben. Wir sind spazieren gegangen, haben Dummyarbeit eingebaut, Suchspiele gemacht und trotzdem war da oft noch dieses „Und jetzt? Was machen wir jetzt?“.

Durch das Training hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass Suki nicht nur körperlich etwas getan hat, sondern auch im Kopf wirklich beschäftigt war. Sie musste nachdenken, sich konzentrieren, auf ihren Körper achten und sich zurücknehmen, was für sie ja wirklich nicht die leichteste Aufgabe ist. Gerade für einen Hund, der so schnell in Erwartungshaltung geht und bei Spielzeug sofort auf Vollspeed schaltet, war diese ruhigere Form der Arbeit vermutlich viel wertvoller, als ich am Anfang gedacht hätte.

Und bei mir hat sich mindestens genauso viel verändert.

Ich habe gelernt, Suki genauer zu beobachten und nicht immer sofort davon auszugehen, dass sie einfach nur nicht will, wenn etwas nicht klappt. Natürlich ist sie stur und natürlich testet sie gern aus, ob es nicht vielleicht auch nach ihren Regeln geht. Aber durch das Training habe ich viel mehr Feingefühl dafür bekommen, wann sie wirklich ausweicht, wann sie unsicher ist, wann sie körperlich vielleicht ein Problem hat und wann sie einfach noch Zeit braucht, um eine Bewegung zu verstehen.

Das hat sich tatsächlich auf unseren gesamten Alltag ausgewirkt, weil ich geduldiger mit ihr geworden bin. Nicht immer, keine Sorge. Ich bin immer noch ich. Aber ich merke schon, dass ich anders auf sie schaue und dass ich schneller hinterfrage, warum sie etwas gerade nicht macht, statt innerlich direkt genervt zu sein, weil es nicht so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe.

Vor allem habe ich verstanden, dass Training nicht nur dann wertvoll ist, wenn es perfekt läuft. Manchmal ist gerade der Weg dahin der Teil, der am meisten verändert. Wenn wir uns eine neue Übung erarbeiten, wenn Suki erst überhaupt nicht versteht, was ich von ihr möchte, wenn ich innerlich schon wieder ungeduldig werde und dann irgendwann dieser kleine Moment kommt, in dem es bei ihr klick macht, dann ist das für mich inzwischen unglaublich schön.

Beim Seitwärtsgehen war das zum Beispiel so. Es ist immer noch nicht perfekt, aber als sie langsam verstanden hat, was ich von ihr möchte, war ich wirklich stolz. Nicht, weil die Übung plötzlich Instagram-reif aussah, sondern weil wir uns gemeinsam dahin gearbeitet haben. Und genau solche Momente machen für mich heute einen großen Teil des Trainings aus.

Hundefitness ist für mich dadurch viel mehr geworden als ein Trainingsplan, den ich alle paar Tage abhake. Es ist gemeinsame Zeit mit Suki, in der ich den Kopf ausschalten kann und wirklich bei ihr bin. Kein nebenbei, kein schnell noch erledigen, kein „Ich muss das jetzt machen“, sondern eher ein „Ich darf mir diese Zeit mit meinem Hund nehmen“.

Und ich glaube, genau das hat uns beiden gutgetan.

Mein Fazit: Hundefitness ist für mich Prävention, Beziehung und gemeinsame Zeit

Wenn ich heute auf unser Hundefitness Training schaue, dann sehe ich darin viel mehr als ein paar Übungen, die Suki körperlich gut tun sollen. Natürlich geht es um Muskelaufbau, Stabilität und darum, sie möglichst lange gesund und beweglich zu halten. Aber für mich steckt inzwischen auch ganz viel gemeinsame Zeit darin.

Suki hat zum Glück keine akute Erkrankung, bei der man sofort handeln muss. Genau deshalb ist das Training für mich Prävention. Ich möchte nicht erst anfangen, wenn Probleme deutlich sichtbar werden, sondern ihr jetzt schon helfen, ihren Körper bewusster und stabiler einzusetzen, um für ihr Alter vorzubeugen.

Gleichzeitig hat das Training auch meinen Blick auf Suki verändert. Ich schaue genauer hin, bin geduldiger geworden und frage mich heute öfter, warum etwas gerade nicht klappt, statt direkt zu denken: „Typisch Suki, sie will mal wieder nicht.“ Manchmal steckt hinter einem Ausweichen eben mehr als Sturheit.

Für Suki ist Hundefitness Muskelaufbau, Kopfarbeit und eine ruhigere Alternative zur Action. Für mich ist es Geduld, Verbindung und das gute Gefühl, etwas für ihre Zukunft zu tun.

Genau deshalb empfehle ich Hundefitness einfach jedem Hundehalter. Nicht, weil es ein weiteres To-do auf der Liste sein sollte, sondern weil ich erlebt habe, wie viel sich verändern kann, wenn man genauer hinschaut, dranbleibt und diese Zeit mit seinem Hund nicht als Pflicht sieht, sondern als etwas, das man gemeinsam machen darf. 

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