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Schneller Muskelverlust beim Hund

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Schneller Muskelverlust beim Hund

Und wie ich die Zeit mit meinem Schäferhund Cash nach seiner Verletzung gerade selbst erlebe

Das Leben hat mir kürzlich wieder einmal ganz deutlich gezeigt, wie schnell muskuläre Stabilität verloren gehen kann, wenn wir nicht achtsam sind. 

Ich möchte euch von meinem Schäferhund Cash erzählen, der bald 11 Jahre alt wird. Ein stolzer, kräftiger Rüde – einer, der mit mir schon viele Trainingsstunden, Wanderungen und Abenteuer gemeistert hat. Vergangenen Winter gab es dann eine Zwangspause, die uns schmerzlich bewusst gemacht hat, wie wichtig konstantes Krafttraining für Hunde – und speziell das Training der Halte- und Tiefenmuskulatur – ist.

Die Muskelgruppen, die gerne übersehen werden…

Die unterschätze Muskulatur: Was die Tiefenmuskulatur leistet

Hast du schon mal erlebt, dass ein Hund im Alter zittert, wenn er sich hinhockt, um sein Geschäft zu verrichten oder beim Anrempeln plötzlich zur Seite kippt anstatt stehen zu bleiben?

Die Muskeln, die dem Körper unter anderem seine Stabilität ermöglichen, sitzen tief im Körper, nahe an der Wirbelsäule, im Beckenbereich und rund um die Gelenke. Sie arbeiten meist unbewusst, aber rund um die Uhr: Sie stabilisieren, balancieren und unterstützen die Bewegungsabläufe. Diese Muskulatur nennen wir Tiefenmuskulatur. Ohne sie wäre gezielte Fortbewegung gar nicht möglich 

Leider werden sie beim Spazierengehen und bei vielen Hundesportarten kaum gestärkt – dafür braucht es gezielte Übungen.

Was bei uns passiert ist - und was ich daraus gelernt habe

Cash hatte sich im Winter verletzt – er ist böse mit dem Vorderlauf auf dem Eis ausgerutscht und hat sogar mit einer Piloreaktion (Fell steht ab) seitlich an den Rippen reagiert. 

Unsere regelmäßigen Kraft- und Stabilisationseinheitenwurden für ein paar Wochen ausgesetzt und wir haben uns auf Mobilisierung- und Dehnübungen konzentriert. 

Und genau das war in meinen Augen rückblickend ein Fehler.

Schon nach wenigen Wochen begann ich zu bemerken, dass Cash beim Hinhocken zittert – besonders in den Oberschenkeln. Er wirkte unsicher, wollte manchmal lieber stehen bleiben, anstatt sich zu setzen. 

Was mich dabei so erschüttert hat, war die Geschwindigkeit, mit der das ging. Nur wenige Wochen ohne gezieltes Training – und schon baut ein gut trainierter Hund wie Cash deutlich ab. Diese Erfahrung war für mich eine wichtige Erinnerung, wie schnell funktionale Stabilität verloren gehen kann, wenn wir diese Muskulatur nicht aktiv erhalten.

Rückblickend würde ich selbst in diesem Fall nicht auf isometrische Übungen verzichten. Selbst kleinste Einheiten von 30 Sek. - 1 Minute können im Verlauf dem Körper enorm helfen und diese Kraft hatte ich deutlich unterschätzt.

Der Weg zurück: gezieltes Wiederaufbautraining

Zum Glück kannten wir die Übungen bereits. Wir haben unser Training sanft, aber gezielt wieder aufgenommen. Isometrisches Training war dabei der erste und wichtigste Schritt: kontrolliertes Stehen und dann ran an den Körper. 

Diese Art von Training sieht für Außenstehende oft unspektakulär aus – aber sie ist unglaublich effektiv, weil sie die tiefliegende Muskulatur direkt aktiviert. Ich arbeite dabei sehr gerne mit minimalen Erhöhungen, zum Beispiel Korkuntersetzer oder taktilen Puzzlematten, denn auch hier spielen kleine Variationen eine wichtige Rolle und machen das Training für alle spannenden. 

Was ich allen Hundemenschen mitgeben möchte

Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, noch intensiver über das Thema zu sprechen – denn es betrifft jeden Hund, ob jung oder alt, sportlich oder gemütlich. Die Tiefenmuskulatur ist Teil des Fundament der Bewegung, und wenn wir sie nicht bewusst trainieren, wird sie mit der Zeit schwächer – oft unbemerkt, bis es zu gefühlt plötzlich Einschränkungen kommt.

Es reicht eben nicht, den Hund „viel laufen zu lassen“. Wer wirklich für langfristige Gesundheit sorgen will, muss auch an die Muskeln denken, die wir nicht sehen – aber die im Alltag die meiste Arbeit leisten. Und vor allem nach Verletzungen oder Pausen ist es essenziell, die Muskulatur gezielt zu erhalten. Denn ein Muskel, der nicht benutzt wird, baut sich schnell ab – und besonders im Alter dauert der Wiederaufbau dann deutlich länger.

Hinzu kommt, dass je älter unsere Hunde werden, desto schwerer wird es, solche Bewegungsmuster neu zu erlernen. Aber wenn sie sie einmal kennen, lassen sich Erfolge deutlich schneller wieder aufbauen.

Mein Fazit

Heute sind wir wieder auf einem guten Weg. Cash ist motiviert und ich genieße unsere gemeinsamen Trainingsmomente. Ich nehme diese Phase als wichtigen Reminder mit und weiß, dass sich unser Dranbleiben jetzt wieder lohnen wird. 

Wenn du nicht länger zwischen unzähligen Ratschlägen schwanken willst, sondern ein tiefes Verständnis für den Körper deines Hundes entwickeln möchtest, dann lerne unser Trainingsprogramm kennen – denn nur mit echtem Wissen findest du die Klarheit und Sicherheit, die du brauchst, um deinen Hund gezielt, nachhaltig und mit gutem Gefühl zu unterstützen.

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